Geschichte der Pfarrei Burgkirchen

Bis zur Pfarrerhebung 1806

Wann in Burgkirchen a.d.Alz erstmals eine Kirche gebaut wurde, lässt sich nicht sagen. Nach Maximilian Hartmann und Prof. Dr. Leidl betreten wir in Burgkirchen a.d.Alz historisch gesicherten Boden indes erst im Jahr 928. Auf Grund einer Urkunde aus diesem Jahr dürfe man annehmen, dass bei den Weilern Pfaffing und Thalhausen die kirchlichen Anfänge der heutigen Pfarrgemeinde lagen.

Die nächste sichere Nennung des Ortes Burgkirchen a.d.Alz findet sich erst wieder in einem Grundbuch des Klosters Raitenhaslach aus dem Jahr 1180/90. Hierin wird ein Klostergut 'Buechirichen' genannt, das 30 Pfennige ans Kloster gibt. Es handelt sich hierbei um das Anwesen Oberau. Ab diesem Zeitpunkt erscheint der Name Burgkirchen regelmäßig in den Urkunden und Urbaren des Cistercienserklosters Raitenhaslach.

Im Jahr 1203 schenkte schließlich der Salzburger Erzbischof Eberhard II. die Pfarrei Halsbach mit all ihren Filialen dem Cistercienserkloster Raitenhaslach. Somit wurde auch Burgkirchen a.d.Alz den Ordensleuten unterstellt. Die gottesdienstlichen Verrichtungen wurden durch Vikare bald von Schupfing-Halsbach, bald vom Kloster Raitenhaslach versehen; und das nicht weniger als 600 Jahre lang. Hierzu ließ das Kloster Raitenhaslach um 1714 in Burgkirchen a.d.Alz ein eigenes Herrenhaus bauen, welches den Geistlichen als Absteigequartier diente.

Die neue Situation nach der Säkularisation

Mit der Aufhebung des Klosters Raitenhaslach im Jahr 1803 mussten auch bei uns die Pfarreien des Klosters neu organisiert werden. Dies übernahm im Landgericht Burghausen Landrichter Graf von Armannsperg. Der Excistercienser Gero Kunzmann war in den Augen des Landrichters als Pfarrer 'noch am brauchbarsten'. Deshalb wurde der Vikar Kunzmann vom Landgericht zum ersten Pfarrer für die neue Pfarrei Burgkirchen a.d.Alz vorgeschlagen.

Am 16. Januar 1806 wurde die Pfarrei Burgkirchen a.d. Alz laut Entschließung des Kgl. General-Landeskommissariats 'organisiert' und zur selbständigen Pfarrei landesherrlichen Patronats erhoben. Burgkirchen a.d.Alz wurde somit aus der alten 'Parochia S. Martin' in Halsbach gelöst und eigenständige Pfarrei.

Im Jahr 1817 wurde die Pfarrei Burgkirchen aus dem Erzbistum Salzburg ausgegliedert und der Erzdiözese Freising zugeschlagen. Seit 1822 ist Burgkirchen Teil der Diözese Passau.

Vom Dorf zur Industriegemeinde

1934 zählt die Pfarrei 581 Katholiken. Im Jahr 1938 entsteht das Werk Anorgana durch die IG Farben im forst bei Gendorf. Während des zweiten Weltkriegs entstand daran angegliedert ein Lager für Fremdarbeiter. Bis 1945 werden 151 Kinder, die in die in diesem Lager zur Welt kamen und wegen der katastrophalen Bedingungen starben von Pfarrer Fürstberger getauft und auf dem Friedhof um St. Johann beerdigt. Das Kindergrab ist bis zum heutigen Tag erhalten.

Nach Kriegsende fanden viele Heimatvertriebene in Burgkirchen eine neue Bleibe. Nach der Eingemeindung des Ortsteils Gendorf von Kastl begann 1956 der Bau der neuen Pfarrkirche St. Pius, die am 17. Juni 1958 von Bischof Dr. Simon Konrad Landersdorfer geweiht wird. 1961 leben bereits 2885 katholische und 709 evangelische Christen in Burgkirchen. Im Jahr 2005 zählt die Pfarrei 5150 Katholiken.

Pfarrer von Burgkirchen

1807-1815

Pater Gero (Aloys) Kunzmann
(* 04.04.1764 in Ingolstadt; + 19.01.1829 in Halsbach)

1815-1836

Pater Malachias (Franz Xaver) Hafner
(* 24,.09.1770 in Landsberg a. Lech; + 01.06.1836 in Burgkirchen)

1836-1841 Georg Adam Ostermaier (Ostermayr)
(* 14.08.1772 in München; + 01.02.1841 in Burgkirchen)
1841-1852 Franz Xaver Lanner
(* 11.11.1804 in Burghausen; + 22.10.1859 in Passau)
1852-1866 Karl Dorigatti
(* 04.11.1806 in Passau; + 28.11.1875 in Tüßling)
1866-1887 Johann Georg Freimoser
(* 04.06.1816 in Halsbach; + 06.09.1898 in Unterholzhausen)
1887-1894

Ignatz Fischer
(* 01.02.1830 in Hofkirchen a.d. Donau; + 13.02.1894 in Burgkirchen)

1894-1895 Theodor Anich
(* 27.05.1936 in Vilshofen a.d. Donau; + 04.02.1923 in Halbmeile b. Deggendorf)
1897-1923 Johann Baptist Falkner
(* 26.05.1852 in Obernzell b. Passau; + 18.02.1932 in Burgkirchen)
1923-1940 Peter Bretzl
(* 08.05.1880 in Regen; + 13.10.1961 in Pfarrkirchen)
1941-1952 Karl Borromäus Fürstberger
(* 26.03.1892 in Zimmern; + 09.02.1952 in Burgkirchen)
1952-1965 Georg Bergmann
(* 03.08.1907 in Unterneukirchen; + 19.01.1990 in Burgkirchen)
1965-1982 Hermann Herzig
(* 15.12.1926 in Eizersdorf / Freyung-Grafenau)
1982-2004 Josef Mühlbauer
(* 23.11.1935 in Außernzell/Deggendorf)
seit 2004 Michael Brunn
(* 23.10.1973 in Passau)